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Wattenmeer, Ijsselmeer und Amsterdam

Christian Fanta
(@fanti)
Active Member

Die Bilder zur Tour

Die Route auf Google-Maps

Reisebericht April 2018

EIN HAUCH VON MEER

Für diesen, unseren bislang größten Törn, plante ich drei unterschiedliche Routen, denn die gewünschte Strecke über das Wattenmeer und IJsselmeer war wetterabhängig. Also wollte ich auch für den Fall von ungeeignetem Wetter gut vorbereitet sein. Am Ende stellte sich aber heraus, dass wir keinen Alternativtörn benötigten, obwohl wir den letzten Zielhafen vor der Abschlussfahrt zum Heimathafen doch noch wetterbedingt ändern mussten.

Nach unserer Ankunft am Freitag, 4. Mai, auf dem Schiff Andreas, bekamen wir wunschgemäß ohne langes Warten die kurze Einführung. So konnten wir bereits gegen 15:00 Uhr ablegen, um noch am frühen Abend das erste Ziel unseres Törns, die Stadt Sneek, zu erreichen. Hier machten wir in einem der Kanäle, etwa einen Kilometer vor dem Stadthafen, für die erste Nacht fest. In dem uns bereits bekannten Lokal „De Walrus“ aßen wir zu Abend und hatten sogleich ein für uns einmaliges Erlebnis: 2 Schweigeminuten zum nationalen Totengedenktag. Die plötzliche Stille in dem gut besuchten Lokal und der gesamten Stadt verursachte bei uns sogleich eine Gänsehaut.

Am Samstag führte uns der Weg dann über die friesischen Kanäle, vorbei an Häusern mit liebevoll gepflegten Gärten, bis nach Harlingen, eine Hafenstadt am Wattenmeer. Nach einem ausgiebigen Abendspaziergang über den Hafen, kehrten wir in einer Pizzeria ein. Die folgende Nacht verbrachten wir in einem, direkt am Stadtpark gelegenen Yachthafen, außerordentlich ruhig.

Von hier aus ging es am nächsten Morgen über eine Schleuse durch den Stadthafen raus aufs Wattenmeer. Bei Windgeschwindigkeiten von etwa 10 bis 15 km/h hatten wir keine Probleme, auf dieser Strecke bis zur Schleuse, die uns auf das IJsselmeer führte. Bei weiterhin ruhiger See und strahlendem Sonnenschein genossen wir die Fahrt, bis wir unser nächstes Etappenziel, die Stadt Enkhuizen, erreichten. In der sehr großen Hafenanlage des „Compagnieshaven“ fanden wir einen Platz für die kommende Nacht. Nach einem gemütlichen Kaffee an Bord machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden und eine Einkehr für den Abend zu finden. Eine schöne Atmosphäre bei gutem Essen konnten wir dann auch im Restaurant „Markerwaard“ mit Blick auf den „Oude Haven“ genießen, was ein wirklich gelungener Abschluss dieses tollen Tages war.

TRAUM VON AMSTERDAM

Die Tour am Montag führte uns nach einer weiteren Schleusendurchfahrt über das Markermeer, welches sehr ruhig, fast wie ein Spiegel, da lag. Erstmalig konnte Carmen und ich gemeinsam während der Fahrt am Bug unserer Yacht sitzen und all die wundervollen Eindrücke aufnehmen, da wir das Steuer unserem Sohn Nico überlassen konnten. Aufgrund der Infos, die wir ihm in den letzten Tagen gegeben hatten, konnte er das Schiff auf dieser Strecke verantwortungsvoll alleine führen. Mit der gelungenen Planung erreichten wir bereits um 16:00 Uhr Amsterdam und machten im Yachthafen „Sixhafen“, direkt neben dem Fährterminal „IJplein“ fest. Mit dieser Fähre konnten wir 24 Stunden kostenlos zur belebten Südstadt übersetzen. Also die besten Voraussetzungen für zwei schöne Tage in Amsterdam. In dieser Zeit besuchten wir „The Amsterdam Dungeon“ und machten eine Candlelight Grachtenfahrt, was ich sehr empfehlen kann. Und natürlich durfte der Besuch in einem  Pannekoekenhuis nicht fehlen, wo wir die traditionellen Pfannkuchen genießen konnten.

Unser ursprüngliches Ziel am Mittwoch, 9. Mai, wäre das kleine Fischerdorf Urk am IJsselmeer gewesen. Allerdings hatten wir bereits an diesem Tag Windgeschwindigkeiten von etwa 25 km/h, was wir bei der Überfahrt über das IJsselmeer noch zu spüren bekommen sollten. Für Donnerstag wurden Windspitzen von über 40 km/h in Böen vorhergesagt, was eine Weiterfahrt von Urk unangenehm und gefährlich hätte werden lassen. Also änderte ich den ursprünglichen Plan mit Zielhafen Urk auf Kampen, weil diese Stadt im geschützten Landesinneren liegt. Die stramme Tagestour führte nun über das Markermeer durch die Schleuse in das IJsselmeer, wo der stärkere Wind deutlich auf dem Schiff zu spüren war. Mit einer sicheren Route in Richtung Urk, konnte ich dann mit einer Drehung um 90 Grad die Ketelbrug in einem Kurs von etwa 130 Grad mit den Wellen ansteuern. Nach über 80 Kilometern erreichten wir gegen 19:30 Uhr dann endlich den kleinen Yachthafen „De Buitenhaven“ in Kampen. Wie gewohnt speisten wir sehr schmackhaft in einem italienischen Restaurant. Diesen Tag beschlossen wir in geselliger Runde bei einem Bier auf dem noch sehr belebten Platz „Plantage“ im Zentrum der Stadt.

Auf der letzten Fahrt durch die Kanäle Frieslands führte uns der Weg durch das kleine Städtchen Blokzijl. Hier legten wir noch eine Pause ein um den für Friesland typischen frittierten Fischbruch zu essen und uns die Aktivitäten in der Schleuse anzusehen, bevor wir sie selbst durchfuhren. Dann ging es zügig weiter durch die Kanäle in Richtung Norden. Die letzte Hebebrücke vor unserem Heimathafen des Yachtvercharterers De Driesprong erreichten wir um 18:55 Uhr, fast in letzter Minute, denn 2 Minuten nach unserer Durchfahrt erleuchtete an der geschlossenen Hebebrücke Doppelrot. Eine Durchfahrt wäre dann erst wieder am nächsten Morgen möglich gewesen. Und so konnten wir auch an unserem letzten Abend das Essen in einem Restaurant genießen und die mitgebrachten Sicherheitsrationen an Dosenfutter wieder mit nach Hause nehmen.

Abschließend kann ich sagen, dass dieser bisher längste Törn auch der erlebnisreichste, entspannendste und schönste war!

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 19. Juni 2019 15:43
Wolfgang gefällt das
Wolfgang
(@wolfgang)
Mitglied Admin

Dankeschön, tolle Bilder und toller Bericht

LG Wolfgang

AntwortZitat
Veröffentlicht : 19. Juni 2019 16:18
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